16. November 2015

Massentourismus..., nein Danke !

Es ist 8:00 Uhr und wir steigen in unseren Bus der uns in Richtung Mekong Delta bringt. Obwohl wir eigentlich nichts von den organisierten Touren halten kommt man manchmal nicht drum herum eine zu buchen.



Der Grund dafür ist, dass man oft nicht anders an bestimmte Orte gelangen kann. Das der Verzicht von Standard-Touren eine gute Entscheidung ist, wird uns noch heute bestätigt werden...


Unser erster Stop ist eine Pagode. Beeindruckende Buddhastatuen und der Geruch der Räucherstäbchen...






Anschließend geht es wieder eine Weile in den Bus bis wir den Hafen erreichen. Hier steigen wir erst einmal in ein Boot um, welches uns auf die erste Insel bringt. Coconutisland.
Und schon fängt die Touristenmassenabfertig an..
Anstatt wir wie gedacht die Produktion der Kokusnusssüßigkeiten erleben dürfen werden wir mit ein paar Sätzen abgespeist und darauf hingewiesen doch etwas zu kaufen.





Nachdem wir unsere Enttäuschung überwunden haben soll es mit Pferdekutschen zu einem nahe gelegenen Restaurant gehen. Auch hier wurde uns beim ersten Blick sofort bewusst, dass diese Tiere nicht angemessen gehalten werden. Auf die Frage laufen zu dürfen folgte jedoch die abrupte Antowort: "Nein, es ist zu weit".  Nach dem echt guten Mittagessen neben einem Krokodilkäfig, bei dem für uns auch wieder die schlechte Tierhaltung im Vordergrund steht, werden wieder die ganzen Touristengruppen in die kleinen Boote verfrachtet. 



Anschließend geht es zur nächsten Insel. Unicornisland.
Hier werden wir mit einem super Tee und leckeren getrockneten Früchten überrascht. Doch sitzen bleiben und gemütlich mit ein paar Reisenden quatschen ist nicht.  Wir werden darauf hingewiesen doch etwas zu kaufen und müssen sofort zum nächsten Stop weiter. Hier gelangen wir zum Höhepunkt des Schreckens. Eine Schlange wird jedem Touristen für 5 Sekunden auf die Schulter gehoben. Ein Bild und schon geht es für das arme Tier zum nächsten Gast. Wir lehnen "dankend" ab und müssen uns dieses erbärmliche Treiben weiter mit ansehen. Wie es so kommen muss hören wir einen lauten Knall und es wird uns bewusst, dass eine Touristin dieses Prachtexemplar gerade einfach auf den Boden fallen gelassen hatte. Unser Guide weiß daraufhin sich nicht besser zu helfen als die Situation mit einem aufgesetzten Lächeln schnell zu beenden und zum nächsten Programmpunkt überzugehen.


Der letzte Stop beinhaltet ein wenig traditionelle Musik und frisches Obst von hier. So stellten sich ein paar Vietnamesen in die Mitte und spielten uns ein paar Stücke vor und wir kosten von den leckeren Früchten. Die fehlende Motivation der Musikgruppe setzt diesem Tag die Krone auf. Wir wollen hoffen, dass diese Musik nicht traditionell für Vietnam steht. Nachdem wir auch auch hier wieder aufgefordert werden ein wenig Trinkgeld zu geben geht es mit den kleinen Booten durch das völlig überfüllte Mekong Delta im Eiltempo Richtung Ausgangspunkt zurück.


Für mich sind gerade auch diese Erfahrung sehr wichtig. Es ging mir nicht darum zu zeigen, dass das hier verschwendetes Geld war. Vielmehr finde ich es erschreckend zu sehen wie diese Geldgier die wunderschöne Natur dort verunstaltet. Diese ganzen gestellten Touristenattraktionen sind einfach nur unnötig und furchtbar mit anzusehen.  Ich persönlich habe ein schlechtes Gewissen diese Tour unterstützt zu haben und hoffe, dass so viele Menschen wie nur möglich darauf verzichtet um diesen schönen Flecken zu schützen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen